Published: December 5, 2014 - 08:00

Weltgehirn: Wie sich die Welt mehr und mehr vernetzt

Der 45. Vizepräsident der Vereinigten Staaten und Friedensnobelpreisträger Al Gore hat im vergangenen Jahr ein bemerkenswertes Buch herausgebracht, dessen deutsche Übersetzung "Die Zukunft. Sechs Kräfte, die unsere Welt verändern" im Mai 2014 erschienen ist.


Eine der von Gore beschriebenen Kräfte hat er mit der Bezeichnung "Weltgehirn" übertitelt, hinter der nichts anderes als die globale Vernetzung und die Entwicklung von Big Data steht.
Die Idee eines Weltgehirns ist nicht neu. So hat etwa der legendäre britische Science Fiction-Autor H. G. Wells 1937 einen gleichnamigen Essayband veröffentlicht, in dem unter anderem von einer Welt-Enzyklopädie die Rede ist - Wikipedia lässt grüßen.


Was Al Gore in seinem Buch beschreibt, hat nichts mit Science Fiction zu tun, er bezieht sich auf das Hier und Jetzt. Was gerade passiert, ist nur mehr mit Superlativen zu beschreiben, angesichts der zu erwartenden Folgen dieser Entwicklung sind selbst alle Superlative dieser Welt ein permanentes Understatement.


Globale Vernetzung


Eines dieser Understatements ist die Bezeichnung "globale Vernetzung". Computersysteme - egal ob stationär oder mobil - sind bereits größtenteils verbunden, jetzt kommen die Dinge des Alltags an die Reihe: Kühlschränke, Schneekanonen, Haustorschlüssel. Fahrzeuge haben begonnen, mit der Werkstatt oder mit anderen Autos zu kommunizieren - Stichwort Smart Cars.


Und selbst Menschen vernetzen sich abseits ihrer Smartphones: Mit den sogenannten Smart Wearables entsteht ein den Erdball umspannendes Konzert aus gemeinsamen Herzschlägen und allen möglichen emotionalen Schattierungen. Steht damit am Ende der Reise eine Smart World?


Bevor die Erde richtig smart wird, bevor ein "Weltgehirn" entstehen kann, muss sie durch eine Welt der Schmerzen. Datenflut - ein weiteres Understatement - ist der eine peinigende Aspekt, der mit der rasant fortschreitenden Vernetzung einhergeht.


Der andere Aspekt ist die quälende Schwierigkeit, mit der Datenflut etwas Nützliches anzufangen. Denn der alleinige Besitz von Daten führt nicht automatisch zu Wissen vergleichbar mit auswendig gelernten Jahreszahlen, die nur wenig mit dem Verständnis historischer Abläufe zu tun haben.


Hier kommt die Big Data-Technologie ins Spiel, die - die Bezeichnung verrät es - nicht nur große Datenmengen verarbeiten kann. Die herausragende Stärke von Big Data ist es, eine Bresche in die Masse von Daten zu schlagen, dort Ordnung zu schaffen, wo Chaos herrscht, Informationen so zusammenzutragen, dass daraus Wissen entstehen kann.


Wir als Hersteller von Enterprise Search-Lösungen, einer Sonderform von Big Data, beschäftigen uns seit vielen Jahren intensiv mit genau diesem Thema. Während es zu Beginn von Enterprise Search tatsächlich vorzüglich um die Suche in den Wissensschätzen einer Organisation ging, unterstützen wir heute Kunden mit Lösungen, die Informationen proaktiv, konsolidiert und automatisch zur Verfügung stellen, ohne dass der Nutzer sie manuell suchen muss. Wir nennen das "Illuminating Information".


Wir haben eine klare Vorstellung davon, wie Enterprise Search in wenigen Jahren aussehen kann - und das hat nichts mit Science Fiction zu tun. Über eine Datenbrille oder ein anderes Smart Wearable, das gerade in Entwicklung ist, hat der User, etwa ein Mitarbeiter, permanenten Zugriff auf einen ungeheuer großen Wissensschatz - und zwar kontextbezogen.


Denn das intelligente Enterprise Search-System analysiert selbstständig die Situation und gibt von sich entsprechende Hilfestellung. Über Feedbackschleifen schafft das System auch, sich ständig zu verbessern - bis es zum perfekten Begleiter in allen Lebenslagen wird.


Stellen Sie sich vor: In absehbarer Zeit haben Sie zusätzlich zum Eigenen ein Weltgehirn bei sich zur freien Nutzung, das sie proaktiv unterstützt, egal ob im Beruf oder im Privaten, egal ob im Verkaufsgespräch mit Kunden oder bei der hitzigen Diskussion über das Paarungsverhalten von Erdmännchen.


Fühlt sich das geballte Wissen eines ganzen Planeten, das Ihnen im Hintergrund zur Verfügung steht und Sie unmittelbar einsetzen können, nicht irgendwie gut an?