Published: June 27, 2014 - 11:49

Big Data - auch eine Frage des verantwortungsvollen Umgangs

Veröffentlicht von The Huffington Post


Der neu eingeführte Begriff Datability, der von den Veranstaltern gemeinsam mit Big Data zum Leitthema der diesjährigen CeBIT gewählt wurde, lässt zahlreiche Interpretationen offen. Man kann ihn natürlich als Kreation einer innovationsgetriebenen Marketing-Abteilung abtun, deren vermeintlich vorrangiges Ziel es ist, „alten Wein in neue Schläuche" zu gießen - und damit wieder zur Tagesordnung zurückkehren.

 

Ist man - wie wir als Entwickler von Enterprise Search-Lösungen - jedoch in der glücklichen Lage, bereits seit vielen Jahren an der Evolution von Big Data teilzuhaben, dann erkennt man leicht, dass dem Begriff Datability eine Qualität innewohnt, die dem komplexen Wesen von Big Data sehr nahe kommt.

 

Das heute allerorts gebräuchliche Schlagwort Big Data beschreibt wesentlich mehr als die Verarbeitung von großen Datenmengen. Denn mit der Verarbeitung ist eine Reihe von Fähigkeiten - auf Englisch „Abilities" - verbunden, die aus den täglich wachsenden Datenbergen entstehen können. Man denke nur an die Fähigkeit, Voraussagen etwa im Minutentakt zu treffen. Prominentes Beispiel ist der 34. America's Cup, bei dem der Katamaran des Oracle-Teams einen 1:8-Rückstand aufholen und in einen legendären Sieg verwandeln konnte. Im Begleitboot saßen die Big Data-Spezialisten von Oracle, welche die von den hunderten Sensoren des Katamarans stammenden Daten in Echtzeit verarbeiteten und das Segelteam mit gewinnbringenden Voraussagen über die kommenden Windverhältnisse versorgten.

 

Eine weitere Assoziation, die einem beim Begriff Datability kommt, ist „Reliability", also der Grad, wie verlässlich die Informationen sind, die im Zuge von Big Data-Analysen verknüpft und verarbeitet werden. Hier spielt die Fähigkeit von Big Data-Werkzeugen hinein, aus verstreuten Datensplittern Sinnzusammenhänge zu schaffen, die nicht nur der Evaluierung der Analyse-Ergebnisse durch Nicht-Techniker entgegenkommen, sondern auch eine quasi „menschliche" Interaktion mit dem System erlauben. Genau diese Fähigkeit, Sinnzusammenhänge aus einer Unzahl von Daten zu schaffen, ist auch zentraler Bestandteil unserer Enterprise Search-Lösung Mindbreeze InSpire.

 

Ein Aspekt, der meiner Meinung nach in der heutigen Big Data-Diskussion viel zu kurz kommt, ist „Responsibility", sprich der verantwortungsvolle Umgang mit Daten. Unbestritten: Mit Big Data ist eine Technologie auf den Markt gekommen, die das technische Potenzial mitbringt, sehr tief in die Privatsphäre einzudringen. Beispiel Medizin: Mit Big Data lassen sich einerseits informationslogistische Defizite, die etwa durch Medienbrüche oder fehlende Interoperabilität von Systemen entstehen, sehr leicht beheben. Enterprise Search-Lösungen sind hier in ihrem Element, ganz zum Wohle des medizinischen Fachpersonals und ihres Klientels. Andererseits fürchten Patienten, mit den neuen technischen Möglichkeiten völlig bloßgestellt zu werden.

 

Das Einzige, das tatsächlich vollkommene Offenheit verträgt und auch verlangt, ist die Diskussion darüber, wie wir mit den uns anvertrauten Daten umgehen sollen. Hier sind nicht nur staatliche Institutionen gefragt, einen entsprechenden Gesetzesrahmen zu schaffen, sondern auch alle anderen Player in diesem sensiblen Ökosystem. Es liegt beispielsweise in der Verantwortung der Gesundheitseinrichtungen, bei der Wahl eines Enterprise Search-Systems den geeigneten Lösungspartner auszusuchen. Hier ist es wichtig, auf umfassende Zertifizierungen sowie Best Practices zu achten, damit sichergestellt wird, dass für den Anwender nur jene Informationen sichtbar sind, die dieser auch sehen darf. Last but not least bieten professionelle Enterprise Search-Lösungen wie InSpire den Vorteil einer automatischen Anonymisierung.

 

Datability beschreibt also nicht nur die Fähigkeit, das Optimum aus Daten herauszuholen, sondern auch die Fähigkeit, der Technologie Grenzen zu setzen, wenn die Gefahr besteht, dass diese in die falsche Richtung geht.